30/04/2026

Viele kamen. Einer blieb.

Nachdem ich diesen Artikel geschrieben hatte, überkamen mich Zweifel, ob das ein Text ist, den ich veröffentlichen möchte. Aber ich habe dich auf diese Reise mitgenommen, jede Erkenntnis und Entwicklung mit dir geteilt, also wie könnte ich dir das langersehnte Ergebnis  vorenthalten? Vielleicht sehen wir das hier als eine Art Abschluss dieses kleinen Kapitels.

„Suchet, so werdet ihr finden“ (Matthäus 7,7)

Und ich habe gesucht. Ich habe versucht, bin gescheitert, habe gelernt, beobachtet, analysiert und schließlich erst einmal herausgefunden, was ich wirklich will. Und dann.. ja dann habe ich gefunden.

Aber vorerst bin ich fast verrückt geworden mit diesen Dating-Apps, ich hatte mich überhaupt nicht unter Kontrolle! Ich habe so viele Endorphine ausgeschüttet, dass es zu einer richtigen Sucht wurde. Und das Schlimmste daran war, dass ich mir sehr sicher war, dass ich mich mit keinem dieser Menschen treffen würde. Spoiler: Irrglaube ;))

Wenigstens war ich schon so weit, dass ich eine vernünftige App gefunden hatte, in der man tolle Sachen über sich schreiben und über andere erfahren kann. Aber mein Problem war, dass mich die Menschen dann schnell langweilten, weil mein innerer Hampelmann immer Neues und wieder noch Neueres will. Ich war süchtig, nach der Aufregung, wenn es zum ersten Mal ein kleines bisschen funkte, ich eine tolle Nachricht erhielt oder eine sympathische Persönlichkeit erahnen konnte.

Ursprünglich hatte ich mir vorgenommen, immer nur einen zu matchen und dann mit dem so lange zu schreiben, bis wir uns treffen und ich sagen kann, ob es mir gefällt oder nicht. Aber es war einfach zu verlockend, sich an der breiten Masse zu ergötzen. Sie stehen aufgereiht wie Dominosteine.. Ich bin mir unsicher, ob ich diese Metapher passend finde, denn sie fallen ja nicht alle nacheinander um, wenn ich einen anstubse, aber dramatisch ist es trotzdem. Denn nur eine falsche Nachricht und ich konnte den Menschen dahinter einfach entfernen, und glaub mir, von diesem Recht habe ich auch Gebrauch gemacht. Ich weiß, wie gemein das ist, aber ich erliege an dieser Stelle voll und ganz meinen Launen. 

Ja, im ersten Moment wollte ich diesen lustigen großen Typen, und dann auf einmal interessierte mich doch eher der tiefgründige, der statt nur von sich zu reden auch mal eine Gegenfrage stellt. Wenn dann noch der Muscleman, der perfekt zu sein schien, eine eklige Nachricht schrieb, wurde auch der entfernt und ich stand wieder mit nichts da ;))

Obwohl das so nicht ganz stimmt. Denn da gab es diesen einen Menschen, der alle meine Launen überstanden hat, von keiner meiner Persönlichkeiten entfernt oder geghostet wurde und dessen Nachrichten mir jedes Mal aufs Neue eine Freude machten. Er zauberte mir das größte und langanhaltendste Lächeln seit Langem ins Gesicht.

Sogar beim Training grinste ich ununterbrochen wie ein Honigkuchenpferd. Meine Gesichtszüge waren außer Kontrolle, wie normalerweise meine Stimmungsschwankungen. Ich glaube, die einzigen Momente, in denen ich ernst geschaut habe, waren die, während meiner Sätze. Da schaue ich dann doch eher etwas grimmig drein. Aber kaum hatte ich die Gewichte abgesetzt, stielte sich das Strahlen zurück in meine Augen.

Ich schließe den Bogen und sage dir: Ich habe es geschafft! In meinem Lieblingspodcast teilte Marc mal die Idee, dass wir erkennen, dass wir alles richtig machen, wenn wir schon morgens voller Freude und Glückseligkeit aus meinem Bett springen und den Tag und all die tollen Dinge, die wir tun und erleben werden, kaum erwarten können. Und eben genau das ist heute passiert. Meine innere Uhr weckte mich wie jeden Morgen um 8 Uhr. Ich warf meine Bettdecke beiseite, schwang meine Beine über die Bettkante und sprang auf. Ich hüpfte und tanzte durch meine Wohnung, scheinbar ohne jeglichen Grund.

So muss sich wahres Glück anfühlen.

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