Ich hatte ja schon angekündigt, auf dieses Thema noch einmal gesondert einzugehen, denn zuletzt schrieb ich: „Ich weiß, dass ich niemals Neues erfahren werde, solange ich meinen beschränkten Rahmen nicht verlasse. Wie sollte ich auch?“
Ja, die Gedanken werden immer die gleichen bleiben, sie werden sich stets im Kreis drehen, auch wenn es sich nicht so anfühlt, aber alles, was da in meinem Kopf vor sich geht, habe ich schon unzählbare Male durchdacht. Es bilden sich sicherlich immer mal wieder neue Verknüpfungen von Themen. Dabei entsteht gelegentlich auch eine wundervolle Erkenntnis, aber in der Regel ist es ein immerwährendes und ununterbrochenes Kreisen der Gedanken.
Manchmal halte ich inne und versuche mich zu erinnern, was ich in den vergangenen 5 Minuten gedacht habe. Ich denke den ganzen Tag, das ist doch verrückt. Denn wenn ich nicht ganz bewusst über etwas nachdenke, dann passiert es einfach ganz ohne Kontrolle. Ich denke ja sogar, während ich das hier schreibe, in kurzen Augenblicken an ganz andere Dinge.
Ich habe vor Kurzem ein passendes und für mich äußerst bedeutsames Zitat von Alan Watts gehört: “And just as you have to stop talking to hear what others have to say, you have to stop thinking to find out what life is about.”
Das hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht ;)) Was für eine Ironie!
Aber was passiert, wenn ich nicht mehr denke? Was bleibt? Wie kann ich wahrnehmen, ohne zu denken? Wenn ich etwas sehe, denke ich doch automatisch direkt an das, was ich sehe. Sonst könnte ich doch gar nicht sehen. Also vermutlich würden meine Augen schon sehen, aber wenn mein Hirn das Gesehene nicht verarbeitet, was passiert dann damit? Geht das überhaupt?
Vielleicht geht es ja überhaupt nicht darum, gar nicht mehr zu denken. Aus der Mediation, kenne ich den ersten Schritt, die Gedanken überhaupt erst einmal wahrzunehmen und aus der Ferne zu beobachten, sie an sich vorbeiziehen zu lassen. Aber wie kann ich dabei die Macht über meine Gedanken behalten? Gebe ich sie ab? Vielleicht ist es das, worum es geht. Gebe ich dem Leben so die Chance, mich zu leiten, und nicht mehr andersherum?
Ich hatte in meinem Artikel “Es gibt nichts zu tun – vertraue!” geschrieben: “Es ist ganz so, als würde ich, sobald ich anfange zu grübeln, eine Lösung für etwas finden wollen, wofür es noch gar keine Lösung bedarf, als wollte ich etwas erzwingen, das das Universum noch gar nicht für mich vorgesehen hat.”
Wenn ich aufhören könnte zu grübeln und die Wahl meiner Gedanken einer anderen Kraft überließe und dies beobachte, vielleicht führt mich diese Kraft dann mit aller Leichtigkeit dorthin, wo ich wirklich hingehöre.
Während ich das schreibe, muss ich immerzu an das Buch “Mary” von Ella Kensington denken. Dieses Buch hat mir genau diese Leichtigkeit und Lebensfreude in jeder Zeile transportiert. Falls du es noch nicht gelesen hast – extrem empfehlenswert!

© GOLDMANN, 2008
Mary von Ella Kensington
Buch
Das beste Buch überhaupt! An diesem Buch ist alles fantastisch!
Ich weiß gar nicht, wie ich meine Gefühle dazu in Worte fassen könnte, aber der Warnhinweis auf der ersten Seite ist in jedem Fall zutreffend:
"Vorsicht!!! Dieses Buch enthält ein Glücksvirus, das beim Lesen unbeabsichtigt aufgenommen werden kann. Dieses Virus ist hochinfektiös und nicht heilbar!"
Aber natürlich nicht nur das – es enthält auch wertvollen Stoff zum Nachdenken, Verstehen und Anwenden.
