Ich habe das Gefühl, so langsam meine eigene Persönlichkeit aus den Augen zu verlieren. Ich bin hier umgeben von Menschen, die Dinge erreicht haben, nach denen ich mich schon lange sehne. Wenn ich sie darüber sprechen höre, bricht jedes Mal ein kleiner Teil in mir. Ich versuche wirklich, mich für sie zu freuen und sie zu unterstützen, aber es tut auch wirklich weh, Tag für Tag zu beobachten, dass sie das haben, was ich nicht habe.
Ich habe gesehen, wie sich Menschen Geld, Familie, Geschäft und fantastische Chancen und Möglichkeiten manifestiert haben. Und ich weiß, dass ich in ihrer Entwicklung auch eine mal mehr, mal weniger große Rolle gespielt habe. Aber ich kann nicht mehr erkennen, inwiefern ich mich entwickelt und Dinge erreicht habe. Vielleicht sogar Dinge, um die andere mich beneiden würden. Damit will ich keineswegs sagen, dass ich scharf auf den Neid anderer bin oder ihn brauche, um irgendetwas zu kompensieren. Vermutlich würde ich ihn ohnehin gar nicht wahrnehmen. Ich nutze diesen Gedanken gerade viel mehr, um zu erkennen, was mich ausmacht: Was sind die Dinge, die ich anderen voraushabe? Um wiederzuerkennen, dass ich auch jemand bin, einen Wert habe und ebenso vorankomme.
Es heißt ja, dass es sehr wirksam sein soll, sich mit Menschen zu umgeben, die die Ziele, die man selbst hat, schon erreicht haben, um dem Leben zu zeigen: “Hier, so!” Aber keiner spricht darüber, wie schmerzhaft diese Erfahrung über längere Zeit wird.
Zu allem Übel gebe ich mich gerne ein Stück weit für andere Menschen auf. Ich gehe in ihren Problemen auf und versuche, sie zu lösen, als wären es meine. Aber von den guten Sachen, hab ich dann meist nichts mehr, verstehst du? Ich versuche schon, mir mein Stück vom Kuchen zu reservieren oder mit den Resten auszukommen, aber.. ich fange an, mich zu wiederholen und in Metaphern zu versinken ;))
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Es sind ein paar Tage vergangen und schon habe ich meine Antworten in einer wundervollen Erfahrung gefunden. Dabei habe ich festgestellt, dass es nicht die konkreten Umstände sind, um die ich meine Mitmenschen beneide, sondern der schlichte Fakt, dass sie ihre Wünsche erfüllen und ich bislang nicht so weit war. Ich fühlte mich, als würde ich hinterherhängen und nicht mithalten können, weil ich mich immerzu verglich mit diesen Menschen. Aber dieser Vergleich wäre endlos geworden und ich hätte niemals aufgeholt, weil mein Herz eine ganz andere Erfüllung sucht.
Ich möchte überhaupt nicht deren Art von Geschäft aufziehen, auch nicht ihren Partner oder ihre Familie. Aber sie sind glücklich, und das ist wunderbar und genau das, was mich so neidisch machte.
Leider habe ich das erst erkannt, als sich ein kleiner Traum von mir erfüllte, nur ganz bisschen und ansatzweise. Aber endlich merkte ich, dass es ganz andere Dinge sind, die mich wirklich glücklich machen. Dinge, die diese anderen Menschen vermutlich überhaupt nicht anregen würden. Und das ist der Punkt.
Es hat mich noch einmal daran erinnert, wie wichtig es ist, die Vergleiche beiseite zu lassen, sich seiner eigenen Ziele und Wünsche bewusst zu werden und diese zu verfolgen, ganz egal, was die Menschen um mich herum denken, sagen oder tun.
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Nachdem nun erneut ein paar Tage vergangen sind und ich nach wie vor vollständig überwältigt bin von den neuen Umständen, versuche ich mehr und mehr, die Struktur zu erkennen: Was ist hier passiert? Wie kann es sein, dass ich vom Neid auf andere, über den Verlust meiner Selbst, zu einer wundervollen Erkenntnis und unbeschreiblichem Glück gelangt bin?
Und dann habe ich in meinem Tagebuch ein paar Seiten zurückgeblättert und da stand es schwarz auf.. nunja ich würde sagen beige: “So liebes Universum! Es reicht mir jetzt mit dem Neid! Ich will endlich auch diese Dinge, die ich bei den anderen so sehr beneide! Ich will mein Business, ich will die Liebe und ich will gesund sein!“
Ich habe dem Universum eine ganz klare Ansage gemacht. Auch wenn eine Weg- von-Aussage nicht so wirksam ist wie eine Hin-zu, ist das vorangegangene Bewusstsein umso entscheidender. Erst durch diesen ganzen Prozess konnte ich überhaupt erkennen, was ich nicht mehr will, und daraus dann, was ich wirklich will. Und dann habe ich meine Wahl getroffen und dem Universum blieb keine andere Option, als zu liefern!
