Hast du schon den thematisch vorangegangenen Artikel gelesen? Falls nicht, kannst du gerne mal reinschauen für den perfekten Anschluss ;))
Meine beste Freundin sagt immer: “Du gibst den Männern ja gar keine Chance!” Und was soll ich sagen.. Sie hat recht. Ich gebe ihnen keine Chance.
Erinnerst du dich an meinen Artikel: “Pass auf, was du dir wünschst – das Universum liefert!”? Darin geht es um meine verpasste Liebesgeschichte. Was ich darin allerdings nicht erwähnt habe, ist meine eigene Begrenzung, meine Theorien über die Spiegelungen im Außen und was als Nächstes geschah.
Ich deinstallierte noch am selben Abend jegliche Dating-Apps und den Social-Media-Kanal, über den wir kommunizierten. Am nächsten Tag, dem Tag, an dem der oben genannte Artikel entstand, dachte ich mehrmals daran, was wäre, wenn er seine Meinung doch noch geändert hätte, mir schreiben würde und ich es verpasse. Mir war bewusst, dass ich es nur verpassen würde, weil ich die Entscheidung getroffen hatte, jegliche Kommunikation abzuschneiden. Aber warum überhaupt und warum hielt ich an dieser Entscheidung so hartnäckig fest? Weil ich trotzig war? Weil ich stur war?
Ich wusste, dass die Möglichkeit bestand, dass da eine Nachricht kommen könnte, wenn auch seine Emotionen sich abgekühlt hätten, und trotzdem erlaubte ich mir nicht, zurückzurudern. Ich hatte eine Wahl getroffen. Warum auch immer es ausgerechnet diese war.
Mittlerweile ist einige Zeit vergangen und viel passiert. Wenn du aktiv dabei bist, weißt du es so gut wie ich ;)) Da ich aktuell an meiner Reichweite arbeite und einen kleinen Instagram-Account einrichten möchte, musste ich notgedrungen diese App erneut herunterladen. Ich wurde automatisch mit meinem privaten Konto verknüpft und das erste, was mir ins Auge sprang, waren die neun ungelesenen Nachrichten. Vermutlich ahnst du es schon, und du wirst richtig liegen. Denn ja, da ganz unten waren 3 neue Nachrichten von diesem Typen.
Alles in mir sträubte sich davor, sie zu öffnen. Ich hatte Angst, noch mehr verletzt zu werden, als ich es damals schon war. Aber keine Sorge, meine Neugier obsiegte. Und ja, er hatte seine Meinung geändert. Das Grausame ist, dass seine Nachrichten so ungefähr zu dem Zeitpunkt gesendet wurden, als ich alleine im Café saß und meine Gedanken in Worte zwängte. Das Paralleluniversum, von dem ich schrieb, war echt. Es war da! Es war zum Greifen nah gewesen und ich hätte nur meine Hand ausstrecken und zupacken müssen.
Wie stark die eigenen Begrenzungen sein können. Obwohl ich mir nicht einmal mehr sicher bin, ob man hier noch von “einfachen” Grenzen sprechen kann. Ist das schon Selbstsabotage? Gibt es da überhaupt einen Unterschied? Und wenn ja, wo genau liegt dieser? Wenn ich noch einen Schritt weitergehe, könnte es sogar eine selbst erschaffene Bestrafung sein, oder? Was verbirgt sich wohl in den Tiefen des Unbewussten, dass man sich so etwas antut? Mein Unterbewusstsein wurde kodiert, und wenn ich diesen Code nicht mit neuen Informationen überschreibe, wird sich daran niemals etwas ändern.
Soll ich dir mal etwas Tragisches erzählen? Es ist schon eine ganze Weile her, aber ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Meine Mom fragte mich im Kontext meiner bedenklichen Partnerwahl, was ich mir denn von einem Mann wünschen würde. Sie meinte: “Wie wäre es denn mit einem, der dir guttut?“ Ich lachte los und ich glaube, sie war verwirrt, denn ich lachte ja nur, weil ich nicht weinen wollte. Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, wie es sich anfühlen würde, einen Mann zu haben, der einem guttut. Was bedeutete das? Es war so fern jeglicher Erfahrungen, dass ich es überhaupt nicht begreifen konnte.
Und das Schlimmste daran ist, dass ich nicht weiß, wieso ich hier das Präteritum verwende, denn es hat sich effektiv nichts daran geändert.
Um den Schlenker zurück zum Anfang zu machen: Wie hätte ich mir also erlauben können, dafür zu sorgen, dass ich diese Nachrichten empfange? In meinem Erfahrungshorizont gab es diese Möglichkeit nicht. Im Nachhinein kann ich sie erkennen, aber zum damaligen Zeitpunkt war es ausgeschlossen – schlicht und ergreifend keine Option, stand nicht zur Wahl. Denn wie sollte ich etwas wählen, von dem ich nicht einmal eine Idee hatte?
