Manchmal denke ich an etwas Schönes und dann muss ich lächeln. Mein Körper reagiert sofort. Meistens lache ich einfach los und kann mich gar nicht kontrollieren. Egal wo ich bin, ob in der Öffentlichkeit oder alleine zuhause, ob im Supermarkt oder auf der Couch.
Wenn ich sage, „an etwas Schönes“, dann meine ich Visionen von mir. Ist „Visionen“ das passende Wort dafür? Bezieht sich eine Vision immer auf die Zukunft? Denn für mich fühlt es sich nicht so an, als wäre es noch in der Zukunft. Vielleicht sind es erst mal einfach nur Sinneswahrnehmungen, die mir eine neue Wahrheit über mich zeigen. Ich sage absichtlich „neue“, um deutlich zu machen, dass diese sich natürlich von dem unterscheiden, was sich aktuell in meiner Realität manifestiert.
Diese Bilder, Gefühle etc. sind stärker als Wünsche, denn in mir sind sie zum Leben erwacht, als sich mein Horizont erweitert hat und ich sie zum ersten Mal erleben durfte.
Das klingt so abstrakt, aber ich gebe mein Bestes, um es möglichst deutlich zu formulieren.
Hier ein Beispiel:
Als ich heute auf der Autobahn nach Hause fuhr, hatte ich einen schicken SUV hinter mir. Ich fahre meist recht gemütlich, weil ich gerne Auto fahre und es nicht eilig habe. Daher werde ich oft überholt und es kommt eher selten vor, dass jemand längere Zeit hinter mir fährt und sich meinem Tempo anschließt. Dieser SUV blieb allerdings das ganze Stück Autobahn hinter mir.
Ich habe das Vorurteil, dass große und schnelle Autos es immer eilig haben und einen auf dicke Hose machen müssen. Deswegen finde ich es umso beeindruckender, wenn Menschen mit schönen Autos entspannte und zuvorkommende Autofahrer sind. Die Fahrerin des SUV wurde mir richtig sympathisch ; )
Ich schaute auf ihr Kennzeichen und hatte mich erst verlesen, doch dann erkannte ich, das M für München. „Wie cool, München!“, dachte ich. Da wollte ich schon lange mal hin und mir ein paar gehobenere Viertel anschauen. Ich stehe auf so schlichte moderne Häuser und erhoffe mir, dort welche zu finden. Als ich ihr Nummernschild sah, habe ich direkt wieder an diesen eleganten Lebensstil gedacht und stellte mir vor, wie ich in München zu Besuch bin. Dann dachte ich: „Nee, das ist ja Quatsch! Ich könnte ja auch nach München umziehen für eine Weile, einfach mal ausprobieren, antesten, wie es dort so ist..“
Nun ja, als ich zu Hause war, bin ich zu Fuß noch einmal kurz zum Supermarkt gelaufen. Draußen war ein eigenartiger Geruch, und direkt dachte ich in meiner heiteren Laune: „Es riecht nach Umzug!“ Ich musste bis über beide Ohren grinsen. Ich hatte schon die Bilder von meiner Penthousewohnung mit weißem Marmorboden und Panoramafenstern vor Augen. Ich sah mich am Schreibtisch vor dem Fenster sitzen, auf die Berge schauen und meine Artikel schreiben.
In diesen Momenten ist es so nah, so real, obwohl ich durch die Straßen meines kleinen Wohnortes gehe. In diesem Augenblick war ich voller Liebe, voller Vollkommenheit. Ganz egal, dass meine aktuelle Realität gerade ganz anders aussah. In mir lebte diese „Vision“ durch meine Sinneswahrnehmungen als meine innere Wahrheit.
