05.11.2025 um 22 Uhr
Heute war ich mal wieder besonders unruhig.
Ich war die ganze Zeit an meinem Handy zugange, habe die meiste Zeit in meinen “Erinnerungen” (der Notiz-App von Apple) verbracht, um Erledigtes abzuhaken, und zeitgleich jede Menge neue Ereignisse für die nächsten Tage zu planen. Ich habe Sachen recherchiert und bestellt, die ich schon lange haben wollte, Termine organisiert und Verträge abgeschlossen, um die ich mich dringend kümmern musste.
Produktiv war ich auf jeden Fall!
Allerdings merke ich einen riesigen Unterschied zwischen “hektisch betriebsam” (wie Marc es so liebevoll nennt) und dem bewussten Leben in der Gegenwart. Mir fehlte heute die Gelassenheit und das Vertrauen. Meine Schwingung hat überhaupt nicht zu meinen Zielen und zu meiner Einstellung zum Leben gepasst.
Ich habe geradezu nach Aufgaben gesuuucht. Es schien, als könne ich gar nicht anders, als mich um irgendein Zeug zu kümmern, weil ich das Gefühl hatte, ich würde sonst meine Zeit verschwenden. Mein Bedürfnis nach Effizienz und Erfolg war so stark, dass ich alle Themen am liebsten gleichzeitig lösen wollte. Ich habe absolut den Überblick verloren und jetzt für die nächsten Tage viel mehr To-dos generiert, als ich heute erledigt habe.
Es war mir nicht möglich, einfach mal im Moment anzukommen, bewusst zu werden und den Augenblick, meine aktuellen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen. Ich weiß nicht einmal, ob ich den Umschwung jetzt schaffen würde, obwohl ich die Struktur ja jetzt sogar erkannt habe.
06.11.2025 um 12 Uhr
Unerwarteterweise bin ich heute nicht in dasselbe Muster verfallen.
Ich habe meine gestern so eifrig erstellten To-dos aussortiert und die Einzigen, die übrig geblieben sind, ganz entspannt nach dem Frühstück erledigt.
Möglicherweise war meine Rastlosigkeit auch eine Kompensation von irgendetwas. Ich habe zwar gestern noch die Struktur erkannt, aber die dahinterliegende Ursache nicht mehr weiter untersucht.
Mein heutiger Gedanke dazu:
Ich habe gestern richtig schön viele Kekse gegessen. Das passt normalerweise natürlich überhaupt nicht in meinen Ernährungsplan. Da ich hier als Ausgleich nicht ins Gym gehen kann, war vermutlich das Stürzen in meine To-dos unbewusst eine Art Entschädigung.
Entschädigung… das klingt, als wäre durch das Nichteinhalten meiner Ernährungsgrundsätze doch tatsächlich ein Schaden entstanden, den es zu beseitigen galt. Aber vielleicht ist das ja genau der passende Gedanke, denn ich scheine das Essen von Keksen als schlecht zu bewerten und muss dann irgendwie Ausgleich schaffen.
Wie eindrucksvoll ist dann die Erkenntnis, dass nur durch meine Bewertung etwas losgetreten wurde, was über Kompensation in völliger Unruhe und hektischer Rastlosigkeit endete?!
